„ENEM“-Freude im Heim 109

Zum ersten Mal in der langen Geschichte unseres Heimes 109 in Jaboatão dos Guararapes-PE hat ein Patenkind die Aufnahmeprüfung zur Universität bestanden! Lais Maria Muniz hat im Alter von 17 Jahren nicht nur den Schulabschluß „Ensino Médio“ bestanden; in der ENEM(*)-Prüfung erzielte Sie so gute Noten, dass Sie nun an der Universidade Federal de Pernambuco (UPE) das Fach Naturwissenschaften studieren darf.

Die Heimleiterin Sra. Adriele bezeichnet Lais als „Vorzeigepatenkind“. Immer gute Manieren, immer gut gelaunt, stets aufmerksam und in der Schule niemals auch nur die geringsten Probleme. Gerade in den Favelas rund um unser Heim 109 ist Lais eine herausragende und wunderbare Ausnahme.

Die große Freude teilt mit Ihr und uns auch Ihre langjährige Patin in Hankock, NH – USA, die Lais schon seit 12 Jahren regelmäßig unterstützt.
* ENEM = Exame Nacional do Ensino Médio
Die weltweit zweitgrößte Schulabschlußprüfung, die gleichzeitig in allen brasilianischen Bundesstaaten zur selben Uhrzeit im November eines jeden Jahres stattfindet.

Wasserspaß im Heim 127

Es hatte zum ersten Mal seit vielen Monaten kurz geregnet. Ich dachte mir, dass man mit dem aufgefangenen Regenwasser auch ein wenig Spaß haben könnte. Zunächst wolte ich kleine Wasserpistolen kaufen, aber das war im Umkreis von 30km unmöglich. In Serra Talhada-PE, im allerletzten Laden, bevor ich mein Vorhaben aufgeben wollte, gab es dann doch noch diese „Wasserpumpen“.

Die Kinder hatten einen riesen Spaß sich gegenseitig nass zu machen…

Grundsätzlich ist die Wassersituation präkär. In Princesa Isabel-PB gibt es seit über 2 Jahren schon kein Wasser mehr aus der Leitung. Arme Familien müssen mitlerweile Wasser aus Tümpeln trinken, in welchen man hier nicht mal einen Finger stecken würde. Einige Städte versorgen die Bürger über „Wasser-LKW“ („PIPA“) und große Wassertanks mit relativ sauberem Wasser:

In Princesa Isabel-PB, wo der letzte Bürgermeister wegen Korruption verhaftet wurde, funktioniert aber auch das nicht…

Die wichtigsten Flüsse sind ausgetrocknet. Hier der Rio Pajeú, ein „Fluß“ der normalerweise vor der Stadt Flore-PE floß. Früher bis hoch zu den Betonteilen. Er ist lebenswichtig für das gesamte Ökosystem in der trockenen, steppenähnlichen „Sertão“, doch nun liegen 350km Flußlauf trocken. Damit versiegen auch praktisch alle Quellen im Umkreis. In der Stadt União dos Palmares-AL hatte im Jahr 2010 der reißende Fluß nach starken Regenfällen die halbe Stadt mit sich gerissen und vielen Familien die Häuser geraubt. So sieht dieser Fluß heute aus:Auch die Quelle, die unser Heim 127 in Santa Cruz da Baixa Verde-PE versorgte ist auch trocken. Dadurch lief auch unsere Wasserpumpe heiß und ist nun nur noch Schrott. Auch dort müssen wir nun Wasser per LKW anliefern lassen. Obwohl als „Trinkwasser“ deklariert, kommt es doch oft aus unsauberen Wasserstellen. Die Heimleiterin berichtete mir, dass 2000l frisch angeliefertes Wasser am nächsten Tag plötzlich grün wurde.

Theo Menzner *1933 – †2016

Im Alter von 83 Jahren verstarb heute der Gründer und langjährige 1. Vorsitzende von Rette ein Kinderleben e.V., Herr Theo Menzner.Theo Menzner wurde im September 1933 in Bremen geboren.
Nach dem Abitur und mehreren Jahren im Bundesgrenzschutz arbeitete er viele Jahre in verschiedenen Unternehmen als Verkaufs- und Bereichsleiter, bevor er sich mit einem Handel für Dentalprodukte Ende der 70er Jahre selbständig machte.

Auf einer Kreuzfahrt im Jahr 1981 kam das Ehepaar Menzner zum ersten Mal in den Nordosten von Brasilien. Der Anblick dieser bitteren Armut vieler Familien brachte ihn dazu in eigener Regie für die Kindernothilfe in Duisburg Spenden zu sammeln. Bald darauf übernahm der 1983 neu gegründete Verein Rette ein Kinderleben e.V. eines der Heime in Limoeiro im Bundesstaat Pernambuco.

Über 30 Jahre lang leitete Theo Menzner den Verein als 1. Vorsitzender und Geschäftsführer. Er baute eine enorme Hilfsorganisation auf, die noch 28 weitere Heime baute und Zehntausenden von Kindern ein Leben ohne Hunger und Not ermöglichte.

Im Oktober 2014 erlitt er zu Hause „aus heiterem Himmel“ einen Schlaganfall, der ihn fortan ans Bett fesselte.
Nach 2 Jahren intensiver, häuslicher Pflege verließen ihn heute endgültig die Lebenskräfte.

Vielen Dank Theo Menzner für Rette ein Kinderleben.

Weihnachtsüberraschung

Mit dem monatlichen Einkaufscoupon kaufen die Mütter der Patenkinder in ausgewählten Supermärkten die nötigen Lebensmittel ein, um ihre Familie zu versorgen. Dabei legen wir von Rette ein Kinderleben e.V. Wert darauf, das keine Dinge wie Zigaretten oder gar Alkohol gekauft werden. Bohnen und Reis gehören zu den wichtigsten Sachen im Einkaufswagen. Dazu natürlich auch Öl, Eier und Mehl.Zu Weihnachten hatte ich den Wunsch, dass die Patenkinder selbst auch etwas besonderes erhalten. Aufgrund der Spendenlage war es möglich den Wert des Einkaufscoupons im Dezember einmalig um rund 65% zu erhöhen, unter der Bedingung, dass die Familien neben den üblichen Einkäufen diesmal auch etwas spezielles nur für die Patenkinder kaufen.
Hier einige Eindrücke der Einkäufe im Supermarkt im Bereich unseres Hauses 128 in Manaíra im Bundesstaat Paraíba:

Was kann es schöneres geben als zu Weihnachten in glückliche Kindergesichter zu sehen.

 

 

Weihnachtsfeiern in den Heimen

In unseren 3 Heimen mit internen Kindern fanden bereits die diesjährigen Weihnachtsfeiern statt. Hier einige Eindrücke:Der Kuchen im Heim 125 war diesmal besondern schön dekoriert. Nach dem Fest mit viel Essen, Musik und Tanz erhielten alle Kinder ein Geschenkpaket:Anschließend haben die Kinder das Heim verlassen und sind  zu ihren Familien zurück gekehrt, denn bis Anfang Februar haben Sie Sommerferien.

Hier ein Bild aus dem Heim 127:Auch hier gab es anschließend für jedes Kind ein kleines Geschenk.

Das Heim 126 war mit den Kindern im Schwimmbad:Anschließend gab es viel zu Essen:Abends erhielten dann alle Kinder noch ein kleines Geschenk:

Nachhilfeunterricht

In wenigen Tagen ist das Schuljahr zu Ende und es beginnen die großen Sommerferien, die den ganzen Januar hindurch dauern.
Unsere Mitarbeiter besuchen mindestens 2 Mal im Jahr die Schulen der Kinder und erfragen dort den Leistungsstand. Sollte sich dabei zeigen, dass eines der Kinder nicht regelmäßig den Unterricht besucht oder gar sitzenbleiben könnte, so sprechen die Heimleiterinnen zunächst mit den Eltern. Nicht selten zeigen aber die Eltern der Kinder wenig bis gar kein Interesse an den Leistungen ihrer Kinder.
In solchen Fällen hat die Heimleiterin die Möglichkeit den monatlichen Einkaufscoupon zunächst teilweise bis letztendlich ganz zu streichen, um so die Eltern zu mehr Unterstützugn zu bewegen.
Manchmal sind die Eltern aber auch Analphabeten und können Ihren Kindern beim besten Willen nicht bei den Hausaufgaben helfen.

Rette ein Kinderleben e.V. legt sehr großen Wert darauf, dass auch lernschwächere Patenkinder nicht auf der Strecke bleiben. Daher findet in mehreren Heimen Nachhilfeunterricht durch unsere Mitarbeiter statt.

Hier eine Gruppe im Heim 127 mit der Assistentin Aparecida beim Besprechen von Aufgaben:Um die kleineren Kinder im Heim 127 kümmeret sich die Assistentin Josicleia:Im Heim 125 hilft die Assistentin Damiana den Kindern mit Mathematik:Im Heim 122 ist  die Assistentin Elane mit der Hilfe betraut:

Auch in anderen Heimen findet ähnlicher Unterricht statt.

Damit sich die Kinder in der Schule mehr anstrengen, hilft übrigens sehr oft auch eine Ermahnung durch den Paten. Eine kleine, nette Anmerkung in Ihrer Paten-Post bewirkt nicht selten „Wunder“.

Neue Mauer für das Heim 122

Im Heim 122 in Jaqueira-PE musste die Mauer zur Straßenseite hin repariert werden. Ein Baum hatte durch seine immer größer werdenden Wurzeln die Mauer langsam angehoben. In dem Zusammenhang haben wir aus Sicherheitsgründen die Mauer um rund 1m erhöht.

Dieses Foto stammt aus dem Jahr 2010 und wurde kurz nach der „Jahrhundertflut“ aufgenommen. An der Mauer rechts erkennt man noch, wie hoch das Wasser damals stand:6 Jahre später war dieser Baum so groß geworden, dass er zur Gefahr für die Stabilität der Mauer wurde. Der Bürgermeister schickte dann jemanden, der den Baum fällte:Anschließend begannen die Bauarbeiten für die Aufstockung der Mauer:Hier das Endergebnis. So sieht die Mauer heute aus:Auch der Bürgersteig wurde von der Stadt neu asphaltiert. Unter der Eingangstür die schon zuvor beschriebene „Staumauer“, die uns vor eindringendem Regenwasser schützt.

Den aufgestockten, neuen Teil haben wir, wie schon bei unserer Zentrale, in den Farben der deutschen Flagge gestrichen.

Auf dem oberen Foto von 2010 sieht man rechts neben dem Heim eine Wiese. Vor rund 2 Jahren hatte die Stadt Jaqueira dieses Grundstück zu einem Sportplatz mit Tribühne ausgebaut und unsere Grundstücksmauer als Basis für eine eigene Aufstockung benutzt. Dabei machte sich niemand gedanken darüber, dass durch den herunterlaufenden Mörtel unsere Seite der Mauer verschandelt wurde: Endlich hatten unsere Beschwerden bei der Stadt Gehör gefunden und man schickte jemanden, der diese Mauer zumindest verputzt:In Kürze werden wir diese Mauer neu streichen und wieder schön bunt bemalen können.

Neue Mauer für das Heim 109

Im Heim 109, das im Stadtteil Barra de Jangada der Stadt Jaboatão dos Guararapes-PE liegt, hatten wir schon einige Male „ungebetenen Besuch“. Die Mauer von rund 2m Höhe reichte nicht aus, um Jugendliche davon abzuhalten darüber zu klettern. Außerdem war das große, eiserne Schiebetor so verrostet war, dass es sich nicht mehr öffnen ließ. Da wir vor kurzem auch das Büro des Heimes vom alten- in den 2004 eröffneten neuen Teil verlegt hatten, machte es Sinn, dort einen günstiger gelegenen Eingang zu öffnen.Ende Oktober 2016 begannen die Arbeiten um die Mauer um 1m zu erhöhen, den neuen, gesicherten Eingang in die Mauer zu bauen und das Schiebetor gegen ein Neues aus Aluminuim auszutauschen.

Hier nun die Mauer von aussen, mit dem neuen Tor:Und hier der zusätzliche Eingang:Auch hier wieder der aufgestockte Teil in schwarz/rot/gold.

Weitere Bauarbeiten im Heim 125

Nachdem das Heim 125 schon eine „Schallschutzmauer“ zur Straße hin erhielt, folgte nun der Umbau des Eingangsbereiches. Bislang war dort lediglich ein Metallgitter angebracht:rek125-2016-11-02-073921Um auch hier noch etwas mehr gegen den Krach der gegenüberliegenden Fabrik zu tun, wird an gleicher Stelle zugemauert und eine Tür sowie ein Fenster eingesetzt:rek125-2016-11-07-080553Und so sieht der Eingang heute aus, mit frisch gestrichener Hauswand:


Hinter dem Haus, vom Nachbargrundstück aus gesehen, machten wir vor kurzem eine erschreckende Entdeckung. Viele Ziegelsteine waren defekt. So konnte Wasser ins Mauerwerk eindringen.rek125-2016-10-26-135123Schnellstmöglich wurde nun diese Wand verputzt.rek125-2016-11-01-081812Anschließend wird natürlich auch noch neu gestrichen.

In dem Zusammenhang haben wir dann entschieden, dass die gesamte rückseitige Wand verputzt wird, um uns auf Jahre hin gegen Schäden abzuzsichern.rek125-2016-10-26-134044Mit dem Nachbarn, dem dieses unbebaute Grundstück gehört, wurde auch besprochen, dass sämtliche wilden Bäume, die direkt an unser Grundstück grenzen, entfernt werden. Für ihn der Vorteil, dass nun mal jemand diesen Wildwuchs beseitigt. Für uns der Vorteil, dass keine Äste mehr an der Wand „kratzen“.

Ameisen und neue Technik

Das Heim 127 rief erschrocken an: Im Drucker hatten sich Ameisen eingenistet:rek127-2016-10-27-071528Nun hatte ich vor rund 1 Monat schon in einem anderen Heim, ein „Wunderwerk der Technik“ beschafft, nun war es schneller als gedacht an der Zeit, das gleiche auch für das Heim 127 zu kaufen: Einen Staubsauger.rek127-2016-11-01-101030Água & Pó heißt übrigens: Wasser und Staub.

Solches technisches Equipment ist in Brasilien relativ unbekannt. Praktisch niemand hat einen Staubsauger oder eine Waschmaschine. Daher hört man im Gespräch auch an allen Ort immer wieder die gleiche Denkweise: Ein Staubsauger sei nur dazu da ein Sofa zu säubern und eine Waschmaschine zerstört die Wäsche…

Im Büro von 127 hingegen wurde nun per Staubsauger der Drucker gereinigt. Eine gänzlich neue und unerwartete Anwendung…rek127-2016-11-01-102621